DenkanStoos Juni 2013 – Bonussysteme und Merit Money

Kompensationssysteme

Gastgeberergon Datenprojekte GmbH, Glockengießerwall 2, 20095 Hamburg

Moderation: Yves Stalgies

Agenda

  • Zielerreichungs-, Bonus- und Kompensationssysteme in unseren Firmen (mit Beitrag von Petra Busch)
  • „Merit Money“ Ideen von Jurgen Appelo (vorgestellt von Alexander Panknin)

„Merit Money“ – vorgestellt & zusammengefaßt von Alexander Panknin

Am 24.06.13 habe ich im Rahmen des Denkanstoos Treffen das Merit Money Konzept von Jurgen Appelo vorgestellt.
Merit Money v3 design.pdf
Es ist aus meiner Sicht ein wirklich ansprechender Ansatz, wie wir von dem tradierten und tendenziell demotivierenden Bonusmodell des Taylorismus wegkommen.

Wer der Meinung ist, „Wenn-Dann-Motivatoren“ funktionieren nach wie vor, bitte hier mit dem Lesen aufhören.

Wer der Meinung ist, „Wenn-Dann-Motivatoren“ gehören ins industrielle Zeitalter und die Karotte funktioniert bei Wissensarbeitern im Informationszeitalter nicht mehr der ist eingeladen, ein interessantes Konzept kennenzulernen…

Es geht im Kern darum, wie man den in vielen Firmen üblichen Bonus, der Jahr für Jahr meist zum Jahresende ausgeschüttet wird, durch ein Merit Money System zu ergänzen oder ersetzen. Merit würde ich als Leistung oder Verdienst übersetzen. Es geht also um eine leistungsgerechte Bewertung. Das wird ja in vielen Bewertungssystemen postuliert, die Frage ist nur, was bedeutet Leistung. Und wer bewertet sie?

Jurgen geht hier den Weg des Peer Feedbacks. Jeder bewertet jeden. Und zwar danach, was er oder sie als LeistungMeritMoney-Hugs empfindet. Das kann die Hilfe im letzten Projekt gewesen sein oder der gute Code, der geschrieben wurde.

Aus meiner Sicht ist ein starres Bewertungssystem der Komplexität schwer gewachsen. Durch die Tatsache, das Kollegen andere Kollegen bewerten, gibt man die Intelligenz der Masse zurück und nicht in eine Maschine. Nicht ein System bewertet den Mitarbeiter, sondern ein Mensch.

Das Verfahren mit den Hugs (dt. Knuddler, Umarmung), mit denen Jurgen es umsetzt, mag ein wenig verspielt sein, aber diese kann man einfach durch Münzen oder ähnliches auswechseln. Gamification ist in, warum nicht mal was anderes ausprobieren. Aber wie bei anderen Änderungen solte man sie erstens sehr vorsichtig einführen und zweitens es an die jeweiligen Umstände anpassen.

Schon während der Vorstellung wurde angeregt diskutiert über Sinn und Zweck des Modells, aber auch über mögliche Einsatzbereiche im Rahmen von Change Management und Teamanalyse. Es gab es die Idee, das System nicht, wie von Jurgen vorgesschlagen, an Geld zu koppeln und den spielerischen Charakter mit Mammon „zu belasten“, sondern es stattdessen eher als Indikator oder Katalysator zu benutzen.

Kritisiert wurde auch, dass das System die eher introvertierten Mitarbeiter benachteiligen und isolieren könnte. Das könnte durchaus sein, aber vielleicht katalysiert das System auch gewisse Verhaltensweisen.

Mein Vorschlag ist: einfach mal ausprobieren. Man muss es ja nicht in der ganzen Firma machen. Vielleicht nur ein Team. Oder vielleicht auch erst mal einfach nur mit virtueller Währung.

Jurgen hat dazu ein wie ich finde hervorragendes Konzept angefertigt welches als Management 3.0 Workout heruntergeladen werden kann. Wie immer grafisch ansprechend aufbereitet und direkt umsetzbar.

Also was hält uns noch auf!

Poke the box,  Change the world 🙂

Ich freue mich auf eure Gedanken zu dem Konzept sowie natürlich auf Berichte aus der Praxis und Umsetzungsbeispiele!

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