Bitte aufstellen zum DenkanStoos

Multiperspektivität

Multiperspektivität der Organisationsaufstellung abstrahiertnd Axel

Am ersten Dezember-Montag präsentierten Hermann Küster und Axel Palzer beim DenkanStoos-Treffen die Methode der Organisationsaufstellung.

Die etwa vierzig Teilnehmer des Abends, der dieses Mal von Xing ausgerichtet wurde, genossen nach einer kleinen Stärkung den interaktiven Vortrag der beiden Coaches und Organisationsbegleiter.

Die Organisationsaufstellung

Eine Organisationsaufstellung dient der Veranschaulichung einer – wahrscheinlich problembeladenen – Lage in einer Organisation. Es sollen Ideen für eine positive Veränderung der Situation erzeugt werden, eventuell auch verschiedene Alternativen oder Variationen der Situation  durchgespielt werden.

Eine Coaching-Session für ein Team oder eine Einzelperson beginnt mit einer konkreten Fragestellung. Die relevanten Beteiligten werden dann identifiziert und in Form von menschlichen Statisten oder als markierte Blätter im Raum verteilt. Der oder die Teilnehmer positionieren die Rollen nach gefühlt richtiger Entfernung und Ausrichtung im Raum und beschreiben dann ihre Eindrücke, wenn sie verschiedene Positionen einnehmen.

Dabei ist entscheidend, dass es sich nicht nur um eine Visualisierung aller Konfliktteilnehmer bzw. beteiligten Rollen handelt – die könnte auch an ein Flipchart gemalt werden. Es geht nicht um eine analytische Beurteilung der Lage, sondern darum, dass jeder sein Körpergefühl in den Vordergrund treten lässt, zunächst auf der eigenen Position und dann auch, wenn zur Probe andere Positionen eingenommen werden. Deshalb ist es auch sinnvoll, wenn die Teilnehmer nicht die eigene Position in der Aufstellung einnehmen, weil sonst der Verstand – der sich schon vorher ausgiebig mit der Situation befasst hat – den Körper übertönt.

Nach dieser Situationsanalyse aus mehreren Perspektiven geht dann die Sitzung zur Veränderung der Situation über, indem die Positionen verändert und dann erfühlt werden, bis Optionen auf dem Tisch oder vielmehr auf dem Boden liegen, die sich für die Teilnehmer besser anfühlen. Abschließend wird diese symbolische Darstellung wieder in die Wirklichkeit übersetzt und Optionen für Maßnahmen generiert, die auf die Eingangsfrage einzahlen.

Der Login in die DNA

Wir Teilnehmer durften an einer kleinen Probeaufstellung zu Zweit ausprobieren, ob diese Methode tatsächlich Erkenntnisse über einen Konflikt erlaubt, indem der Konflikt auf die Ebene der Körperwahrnehmung übertragen wird. Mit teils erstaunlichen Ergebnissen, wie sich in der Diskussion anschließend herausstellte, aber auch mit kontroversen Meinungen. Der Gedanke der Stoos-Bewegung, den Menschen in den Vordergrund aller Unternehmensprozesse zu stellen, wird hier überaus greifbar, indem Geist, Körper und Seele zugleich angesprochen werden, um die Situation zu interpretieren.

Die Referenten betonten, dass die Firmenaufstellung eine kreative Methode ist, um Hypothesen zu generieren, aber kein direktes Lösungswerkzeug. Eingriffe auf Systemebene können schnell durchgespielt und evaluiert werden, entweder als Simulation eines langen und teuren Change-Prozesses, oder um den Teilnehmern den Zielzustand greifbar vorzuführen und damit die Veränderung zu motivieren. Die Übersetzung einer sich gut anfühlenden Aufstellung in Maßnahmen am echten System ist dann immer noch eine erhebliche kognitive Leistung. Diesen Arbeitsschritt liefert die Methode nicht automatisch mit.

Einer der Schlüsselgedanken der Organisationsaufstellung dürfte fast jedem geläufig sein: Dass der ständig arbeitende Verstand mit seinem inneren Monolog oft hinderlich sein kann, eine Situation zu bewältigen. Die Krise des Torschützen vor dem Elfmeterpunkt, die Schreibblockade, die Scheibenpanik bei Bogenschützen bezeichnen alle das gleiche Phänomen, dass der Geist dem Erfolg hinderlich sein kann, weil er sich mit vergangenen Fehlschlägen oder theoretischem Versagen in der Zukunft beschäftigt.

Die Ausführungen von Hermann Küster und Axel Palzer regen auf jeden Fall zum Nachdenken und Ausprobieren an und erinnern daran, dass wir mit unseren üblichen Rezepten und Tagesordnungen und rationalen Analysen manchmal zu kurz springen und dass ein Ansatz, der den ganzen Menschen anspricht, erfolgreicher sein kann.

Küster und Palzer bieten ab März 2014 wieder eine Fortbildung zur Organisationsaufstellung an.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s